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Der Friedhof als Oase der Andacht, der Besinnung und des Gedenkens

Friedhöfe bieten den Verstorbenen die letzte Ruhestätte und den Angehörigen einen Ort des Gedenkens. Nicht nur der Grabplatz, sondern auch die Umgebung und die Gestaltung des Friedhofs sind für Andacht und Besinnung von zentraler Bedeutung. Landschaftsarchitekten tragen wesentlich zum Trauer- und Bewältigungsprozess der Hinterbliebenen bei und nutzen die zunehmenden Freiplätze zur Errichtung von öffentlichen Parkanlagen.

Die grosse Vielfalt der weltweiten Friedhofskultur

Einer der wohl berühmtesten Friedhöfe der Welt ist der französische Friedhof Père Lachaise in Paris. Als gigantischer Parkfriedhof angelegt ist er nicht nur wegen seiner Grösse weltbekannt, sondern insbesondere wegen den berühmten Verstorbenen, die dort begraben liegen. Neben Literaturgrössen wie Balzac, La Fontaine oder Oscar Wilde sind auch Musiker wie der klassische Komponist Frédéric Chopin, die französische Chansonsängerin Edith Piaf und der legendäre Frontmann der US-amerikanischen Rockgruppe The Doors, Jim Morrison, hier bestattet.

Der Friedhof Père Lachaise in Paris zählt zu den berühmtesten Friedhöfen der Welt.
Der Friedhof Père Lachaise in Paris zählt zu den berühmtesten Friedhöfen der Welt.

Friedhöfe sind Orte, an denen die Hinterbliebenen den Verstorbenen gedenken können. Es gibt aber nicht nur innerhalb der verschiedenen Religionen und Glaubensgemeinschaften grosse Unterschiede in der Friedhofskultur, sondern auch innerhalb der christlich geprägten Länder. Im südeuropäischen mediterranen Raum sieht man häufig Mauern aus mehreren Etagen, in denen die Toten in geschlossene Fächer gebettet werden. In nordeuropäischen und angloamerikanischen Ländern hingegen befinden sich auf Rasenflächen oft aufrechte Steinplatten, die das Grabfeld markieren und den Namen des Toten tragen.

Die Friedhöfe in der Schweiz

Doch auch am selben geographischen Ort kann die Friedhofsgestaltung stark variieren. Ob jüdische oder muslimische, katholische oder reformierte Friedhöfe – nicht nur die Konfession spielt eine entscheidende Rolle. Die gärtnerische Gestaltung ist für die Friedhofskultur genauso tonangebend.

Auch die Grösse eines Friedhofs ist prägend. Der grösste Friedhof der Schweiz, der Friedhof am Hörnli in Riehen bei Basel, besitzt mehr als 54 Hektaren, was rund 75 Standard-Fussballfeldern entspricht. Diese zwischen 1926 und 1932 errichtete Grabanlage ist in zwölf Grabfelder gegliedert. Die symmetrische Gartenanlage fällt durch ihre Vielfalt auf: sonnige Lagen, waldige Ecken, klassische Reihengräber und moderne Urnengrabanlage. Typischerweise bestehen nur rund 20% der Fläche aus Gräbern, der Grossteil des Friedhofs ist durch Grün- und Waldflächen bedeckt.

Neues Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Aeschi.
Neues Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Aeschi.

Die Entwicklung hin zu öffentlichen Parks

Gegenwärtig lässt sich in der Schweiz folgender Trend beobachten: Immer weniger Menschen erhalten eine Erdbestattung. Rund 90 Prozent der Verstorbenen werden derzeit kremiert. Dadurch verschwinden die klassischen Reihengräber und es entsteht viel freier Platz auf den Friedhöfen. Diese neuen Freiflächen werden teilweise umgenutzt. In Bern entsteht zum Beispiel derzeit ein buddhistisches Grabfeld. Immer häufiger entstehen auf diesen Flächen aber öffentliche Parkanlagen.

Den Landschaftsarchitekten gebührt die schwierige Aufgabe, den Friedhof einerseits zeitgemäss und die gegenwärtigen Entwicklungen berücksichtigend zu gestalten, andererseits aber den historischen Charakter des jeweiligen Friedhofs zu bewahren.

Das Büro Hofmann Landschaftsarchitekten AG befasst sich aktiv mit Friedhofsgestaltung.

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